Donnerstag, 20. August 2015

Neues Kapitel.

Jeder normale Mensch würde sagen: zwei Jahre sind vergangen, wow, zwei Jahre, eigentlich bedeuten diese zwei Jahre rein gar nichts. 

Doch was ist, wenn du zwei Jahre deines Lebens an der Seite einer fantastischen Person verbracht hast, die dir das im Leben gegeben hat, was du immer wolltest. Pures Glück, Abenteuer, wunderbare Moment und dieses einzigartige Gefühl von Geborgenheit, Aufmerksamkeit, Liebe. Sie hat dich aus der Scheiße geholt, in der du vorher noch gesessen hast, hat dich zu dem Menschen gemacht, der du bist.
Doch was ist nun, wenn alles in die Brüche geht? Wenn du realisierst, dass ihr nicht füreinander bestimmt wart? Dass ihr alles in den Dreck zieht, was euch mal wichtig war? Und plötzlich sehen dich alle mit diesem verurteilenden Blicken an, Was machst du, wenn dich diese Blicke, die Vorurteile, nur einzelne kleine Sätze hinfallen lassen? Diese deine Knie wund schlagen, deinen Kopf bombardieren, deinen Magen einnehmen, deine Haut verzieren, das, was du nie wieder machen wolltest. Was ist deine Lösung? Jeden Abend allein, in der Wohnung, ein paar 20 qm, die Wodkaflasche schon auf dem Tisch, dazu 3 Bier, 3 Schachteln Zigaretten, Der Kater springt auf's Sofa, schnüffelt an deinen Händen, die die Tränen tragen, welche gerade deine müden Augen verlassen haben. Er legt sich auf deinen Schoß, schnurrt, reibt seinen Kopf weiter an deinen Händen. Du lächelst, für einen kurzen Moment.

Du sitzt im Bett, allein, ein Einzelzimmer, der Fernseher läuft. Jede halbe Stunde am Fenster des Nichtraucherzimmers, who cares? Das Handy bimmelt, denn du hast angefangen wieder Kontakte aufzunehmen. Dir geht es besser, in den Momenten, in denen die Gedanken nicht wiederkehren. Die Gedanken an "Zuhause". 
Mit jeder Kippe, die dich trifft und sich fest in deine Haut rammt, denkst du daran. An jeden einzelnen Satz.

"Schäm' dich für deine Existenz!"
"Ich bereue es, dass du in mein Leben getreten bist"
"Von jedem Fremden, der mich 'Arschloch' nennt, würde ich mich wertgeschätzter fühlen,
als von dir!"

Und was machst du? Du siehst mich trotzdem. Du siehst mich, nimmst mich, respektierst mich.
Du bist schon seit einigen Jahren in meinem Leben, durch einen blöden Zufall, durch einen beschissenen Start. Ich habe dich gehasst, habe dich jeden Tag verflucht und gehofft, dir niemals über den Weg laufen zu müssen. Und doch hast du es mir einige Monate später verziehen und heute verstehe ich noch immer nicht, wie du das machen konntest. Und die, die immer an mich glaubte, warst du. Und irgendwie war ich attraktiv für dich. Irgendwie war ich das immer, obwohl ich diesen Glauben in mir schon längst aufgegeben hatte. Ich habe es scheinbar nie richtig ernst genommen.. und doch hast du irgendwie nie locker gelassen. Du warst diejenige, die mich immer angeschrieben hat, die mich immer gefragt hat, ob es mir gut geht. Und als ich nun letzte Nacht diesen Traum hatte, fragte ich mich, was er bedeuten sollte. Ich konnte es nicht verstehen. Warum standest du hinter mir, sagtest mir, ich hätte meine Chancen verspielt? Und jetzt verstand ich es. Monatelang, wenn nicht sogar jahrelang verstand ich nicht, dass du so ein Interesse an mir hattest. Auch ich hatte in den letzten Monaten/Wochen viel Interesse an dir gefunden. Du warst da, hast immer nachgefragt. Jeder hätte sagen können 'Leck mich am Arsch', aber du hast geschrieben. Ich fing irgendwann an richtig darüber nachzudenken und als ich dich dann vor einigen Wochen zu Gesicht bekam, wurde es mir richtig bewusst. Warum? Diese Augen, diese Art sich auszudrücken.. und trotz deines Alters sprichst du mit einer Überzeugung über deine Entscheidungen und beweist eine Reife, die ich sogar selten bei Menschen, die manchmal älter als du sind, spüre. Ich konnte dir kaum in die Augen blicken und doch überfuhr mich dieses Bedürfnis.. das Bedürfnis nach dieser Nähe, die du mir seit Jahren irgendwie versuchst zu vermitteln. Der Traum versuchte mir zu sagen, dass es zu spät sei. Du hast dich bemüht, die ganze Zeit und jetzt habe ich mich bemüht, fast schon penetrant. Ich kenne dich nicht komplett, ich weiß, wie du tickst, ich weiß, was du sagst, was du manchmal denkst. Und trotzdem habe ich es verpasst Zeit mit dir zu verbringen.

Doch sag mir, ist es zu spät?
Ist es zu spät zu bemerken, dass du es bist?
Ist es zu spät dir alles zu offenbaren?
Ist es zu spät dir in die Augen zu blicken?
Ist es zu spät noch einmal "Danke" zu sagen?

Montag, 2. Dezember 2013

02122013

Sonntag, 1. Dezember 2013

Part I.


Es ist dunkel, die Sterne glitzern am Himmel. Es ist eine kalte Winternacht, ich forme meine Lippen wie ein Fischmaul, hauche einige Wolken in die Luft, während ich einen Schritt nach dem anderen gehe. Der Asphalt wird immer spürbarer an meinen Füßen, was vielleicht daran liegt, dass ich meine Stoffschuhe angezogen habe, deren Sohle schon leicht angeschlagen sind. Ich weiß nicht, warum sie jeden Tag, nach und nach mehr verfallen. An meinen Zigaretten kann es ja schlecht liegen. Hastig ziehe ich einen dieser Glimmstängel aus meiner Tasche, mein Feuerzeug dazu, setze es an die Zigarette und ziehe einmal kräftig. Taubheitsgefühl in meinem ganzen Körper, mein "Keine-Lust-Gefühl" verschwindet für einen kurzen Augenblick. Doch wohin führt es mich? Eine Freundin hatte mich gefragt, ob ich mit zu einer Feier gehen würde, mitten im Nirgendwo. Mein Vater hatte mich am Rande der Hauptstraße raus gelassen, den restlichen Weg beschloss ich allein zu
gehen. Auch, wenn ich immer so unfassbar lässig getan hatte, war es doch so, dass ich wahrscheinlich nicht aus dem Auto gestiegen wäre, wenn die Laternen am Rand der Straße nicht ihr weiß schimmerndes Licht an den Asphalt überreichen würden. Nun ja, jetzt laufe ich trotzdem, zische das rauchförmige Nikotin zwischen meine Lippen hindurch, erblicke das Haus, welches am Ende der Straße hell erleuchtet. Die Musik dröhnt durch meine Ohren, ich erkenne jeden einzelnen Ton, erkenne jede einzelne Zeile des Liedes. Wahrscheinlich laufe ich noch 4-5 Minuten, woraufhin ich meine weißen Kopfhörer entknote, sie mir in die Ohren stecke und den Player meines Handys öffne. 'Irgendwo anders' - lange nicht gehört, ziemlich nachdenklich. Ich fühle mich allein, warte nun schon seit Monaten auf diesen Augenblick, der unvergesslich bleiben würde. Schicksalsbegegnungen, alle Momente vom Schicksal bestimmt. Wer weiß schon, ob es das überhaupt gibt. Langsam schreite ich die Treppe hinauf, streiche noch einmal über meine Bluse, richte meine roten Haare, bevor ich an der Tür klingel', die Einladung zeige und eintrete. Überall Menschen, ich weiß nicht einmal, weshalb diese Fete steigt. Ja, die eine Freundin, die mich nun eingeladen hatte, ist nicht zu sehen. Ich starre in einen Raum voller Menschen, im Alter zwischen 17-30, tanzend zur Musik, die laut aus den Boxen dröhnt. Bunte Lichter fluten das ganze riesige Zimmer, welches wahrscheinlich ursprünglich ein Wohnzimmer sein würde. Ich sehe mich etwas um, realisiere, dass in diesem Haus unglaublich viele Räume existieren, die ich mir am liebsten alle angesehen hätte. Ich habe hier nichts zu suchen, bei den tanzenden Menschen, den freudigen Gesichtern. Dass sich das jedoch ändern würde, ahne ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht.



Gefühlte zwei Stunden später sitze ich auf einem dieser weißen Drehsessel, die überall im Raum verteilt sind. Lässig positioniere ich mich etwas weiter rechts und sehe mich um. Ich bemerke, dass es an der Tür klingelt, es wird geöffnet. Ich wende meinen Blick kurz Richtung Tür, sehe zwei Personen, eine Frau, 19 Jahre alt, einen Teenager, 13-14 Jahre alt, schätze ich. Die Melodie eines mir bekannten Liedes pulsiert in meinen Adern, mein Blick gleitet zu dem Mädchen, welches ihre schwarzen Haare kurz trägt. Cooler und lässiger Schnitt, gestylt, schwarze Brille, graue Weste, dunkle Hose. Ihr Oberteil ist relativ eng anliegend, sodass die Form ihrer Brüste gut zu erkennen ist. Jeder, der etwas mit mir zu tun hatte, weiß, dass ich eine Vollblutlesbe bin und niemals mehr etwas mit einem Jungen anfangen würde. Es gibt nichts besseres, als weibliche Körper, Brüste, breite Hüften und weibliche Geschlechtsteile. Natürlich habe ich mir schon einige Bilder von nackten Frauen angesehen, habe auch schon eine lesbische Beziehung durchlebt. Ich stehe dazu. Lesbische Liebe, Sex, Berührungen - für mich etwas, was mein Leben bereichert hatte, schon immer. Natürlich, Sex war kein großes Tabu-Thema, ich hatte ihn auch schon einige Male. Das Lied, welches nun durch das Haus schallt, wird mir klarer - 'Up in the air', die Zeit bleibt kurz stehen. Trommelschläge. Sechs Stück an der Zahl, die dem Lied Spannung verleihen. Mitten in der Menschenmenge dreht sich das schwarzhaarige Mädchen um, sieht mir direkt in die Augen. Ich schätze, sie steht etwa 100 Meter von mir entfernt und nun sieht sie mich an, während ich ihr ausweiche. Warum sieht sie mich denn so an? Habe ich was gemacht? Nervös suchen meine Hände nach der Zigarettenschachtel. Meine Augen fahren währenddessen automatisch wieder zum anderen Ende des Raumes, dort, wo sie steht. Sie erscheint mir unglaublich attraktiv, ihr verschmitztes Grinsen, welches sie aufsetzt, als sie eine mir Unbekannte anspricht. Hastig sehe ich an mir herunter. Mein weißes, enges Top, welches ich unter der Bluse trage, konnte ich gut sehen und es sieht noch nicht mal so blöd aus. Auch, wenn ich nun gar nicht der Typ bin, der gerne weiß trägt, bin ich dieses Mal ausnahmsweise stolz auf meinen Kleiderschrank. Eine Schweißperle tropft mir von der Stirn. Ich öffne einen Knopf meiner Bluse. Wieder erwische ich mich dabei, wie ich zu ihr sehe. Unsere Blicke treffen sich, sie lächelt. Ist das nun an mich gerichtet? Ohne eine Antwort in meinem Kopf, erhebe ich mich langsam, streife meine Hände über meine Bluse und laufe über die "Tanzfläche". 'I wrap my hands around your neck so tight with love' .. der Geruch von Gras, Zigarettenrauch und verschiedenen Parfums
steigt mir in die Nase. Meine Augen schließen und öffnen sich gleichmäßig, meine Lippen sind etwas geöffnet, als ich ihr immer näher komme. Ich will nicht zu viel Aufmerksamkeit erregen, senke meinen Kopf, starre auf meine Schuhe, die mich über das Parkett tragen. Fünf, vier, drei, zwei, eins - mein Kopf hebt sich, meine Haare fliegen über meine Schultern. Meine braun-grünen Augen treffen ihre. Ich sehe nur, dass sie sehr dunkel sind.  Ich streife meine Haare aus dem Gesicht. Sie trägt eine weiße Uhr, erscheint mir ungefähr so groß wie ich. Ihr Körper, ihre gesamte Gestalt erscheint mir, als könne sie jemanden beschützen, gleichzeitig das beste Kissen der Welt sein. Doch bevor ich mir noch mehr dieser Fantasien ausmalen kann, werde ich durch einen wohltuenden Strom aus meinen Gedanken gerissen. Ich scheine so dicht an ihr vorbei gelaufen zu sein, dass ihr Arm, ihre Hand nun meine(n) streift. Ich zeige keinerlei Reaktion. Was ist los? Ich erstarre, spüre wohlige Wärme in meinem Körper. Verlegen, etwas verwirrt beiße ich mir auf die Unterlippe und verlasse den Raum. Etwas schneller laufe ich die Treppe hinauf, einfach um zu sehen, was sich dort befindet. Ein Balkon - das kommt mir gerade recht. Ich habe bisher noch mit niemandem auf dieser Feier geredet, was mir letztendlich doch sehr vorteilhaft erschien. Wer weiß, was sie mir untergeschoben hätten. Crystal? Gras? Und am besten noch eine dieser lustigen Tabletten im Amaretto? Nein, danke. Ich setze meinen Gang nach draußen fort, zünde mir eine weitere Zigarette an und blase den Rauch zwischen meine Lippen hindurch. Ich sehe in die Ferne, lediglich Bäume und die weißen Laternen kann ich erkennen. Zwei Personen, die gerade noch neben mir stehen, verschwinden ins warme Haus. Nun bin ich allein. Wie so oft. Einfach allein, unter dem Sternenhimmel, nur die Sterne und ich. Ich erschrecke, als ich höre, wie sich die Balkontür schlagartig öffnet. Hoffentlich hat das keiner gesehen, denke ich, denn es erschien mir schon peinlich genug allein hier rumzustehen. Ein weiterer Zug an der Zigarette. Der Rauch fliegt in die Ferne. Ich sehe, wie sich eine Person einige Meter von mir entfernt stellt, traue mich jedoch nicht sie anzusehen. Trotzdem bemerke ich, dass sie mich ansieht, ich spüre das. Ich atme tief ein und drehe meinen Kopf zur Seite, bis ich realisiere, dass sie wirklich da steht. Ja, sie! Sie lächelt. Wieder atme ich tief ein, weil mich ihre Blicke nervös machen. Nervös? Ach quatsch. Ich habe doch überhaupt keinen
Grund nervös zu sein. Ein innerer Instinkt sagt mir jedoch, dass ich zurück lächeln soll, was ich im letzten Augenblick auch wahr mache. Ich erwische mich wieder, dass ich meinen Blick nur einige Sekunden von dir abwenden kann. Was sie wohl denkt? Ob sie meine Blicke realisiert? Ob sie es für unangenehm empfindet? Ich spüre einen seltsamen Zug in meinem Körper. Plötzlich steht sie neben mir, ihre Hand auf meinem Oberarm. Ich zucke zusammen. "Hast du Feuer?", fragt sie mich mit ihrer warmen Stimme. Das muss wahrhaftig die schönste Art gewesen sein, "Hast du Feuer?" zu fragen. Noch ganz durcheinander krame ich wieder nach meinem Feuerzeug, während ich ein breites Grinsen auf meinen Lippen trage. Ich hole das Feuer heraus, lege es ihr in ihre Hände. Ihre Hände.. größer als meine und warm. Ich sehe sie wieder an, atme tief durch, während sie sich ihre Zigarette anzündet. Pall-Mall blau, jep, meine Marke. Wir schweigen uns an. Irgendwie spüre ich etwas. Soll ich was sagen? Sie wirft mir einige Blicke zu, gibt mir erst etwas später das Feuer wieder. Unsere Hände.. berühren sich, wie in Zeitlupe gleiten sie aufeinander, obwohl es vielleicht einige Sekunden gewesen sein müssen. Erschrocken sehen wir uns an, gleichzeitig reißen wir die Augen auf. Ihre Mundform ist großartig, sie hat volle Lippen, welche ihr Gesicht noch sinnlicher erscheinen lässt. Ich genieße diesen mir unendlich lang andauernden Zeitpunkt, obwohl ich diese Hände noch nie in meinem Leben berührt habe. Sie lösen sich, ich weiß nicht, was ich tun soll. Ich drehe mich fluchtartig wieder weg, senke meinen Kopf. Verlegenheit macht sich breit und mit jedem Mal frage ich mich umso mehr, was sie wohl denken würde. Vielleicht würde sich der Abend doch noch ganz gut entwickeln. Jedenfalls erscheint mir die Begegnung mit ihr sehr .. anziehend, anregend, außergewöhnlich. Stille umhüllt unsere Lippen.

"Und was machst du hier?", fragt sie mit einem lässigen Unterton. Habe ich jemals schon einmal jemanden so reden gehört? Es fesselt mich. Eine angenehm riechende Duftwolke steigt in meine Nase. Gelöst ziehe ich an meiner Zigarette. [...]

Fortsetzung folgt ...


Sonntag, 20. Oktober 2013

"Run, [Girl], Run!"

Du blickst auf deine Haut, siehst jede kleinste Unebenheit, über die sich die meisten die Mäuler zerreißen. Weshalb sie dich mustern, mit Blicken - verachtend, verhasst. Das erste Mal den stechenden Schmerz gefühlt, mit 12. In der Schublade, da lag es, Kurzschlussreaktion, danach - wohltuendes Gefühl. Tränen deiner Familie, weil sie es nicht fassen konnten, dass du so etwas tust, obwohl sie nicht mal wussten, dass dies erst der Anfang sein würde. Sie schickt alle aus dem Zimmer, sie nimmt dich in den Arm, obwohl du
weißt, dass sie dich am liebsten verprügeln würde dafür, "was du deiner Familie antust". Sie versuchen mit allen zu reden, jedoch würden sie Gründe nicht finden. Niemals würden sie das. Denn in der Welt musst du auffallen! Wenn du das nicht tust, bist du abgeschrieben. Abgestempelt, wie eine Briefmarke! Wann bist du schon mal aufgefallen? Du, und deine dunkelblonden Haare, deine langweilige Kleidung, deine talentlose Persönlichkeit, während andere sportlicher waren, viel besser malen konnten und tanzen konnten. Oft fragst du dich, ob deine Eltern überhaupt stolz auf dich sein können. Auf so etwas wie dich! Du hast viel gelacht in deiner Kindheit, hast auch alles bekommen, was du wolltest. Du hattest eine Familie, eine Glückliche, wunderbare Eltern, ein tolles Zimmer, sogar ein Hochbett, was so viele gar nicht hatten. Doch was treibt dich dazu, deine Haut mit dieser kalten und scharfen Furche berühren, sie regelrecht in deine Haut zu rammen? Was, um Gottes Willen? War es anfangs wirklich nur Aufmerksamkeit? Oder doch, weil ihr jahrelang die Hand rausrutschte? Und weil du wusstest, dass du letztendlich viel weniger wert warst, als die anderen, die so viel mehr Talent hatten? Du bekommst in früher Kindheit gezeigt, wie die Gesellschaft tickt, was du sein darfst und was nicht, und du? Was ist mit dir? In welches Muster passt du? Du verrennst dich, fällst hin. Und niemand will dir mehr aufhelfen:

"Du hast dich verändert, ich kann nicht mehr mit dir befreundet sein!"
"Ich komme nicht mehr mit dir klar!"
"Wehe, du verliebst dich in mich, das ist ja ekelhaft!"

'Break out from society' - war es nicht das, was du tun musstest? Du musstest lernen zu rennen, zu laufen, wegzurennen, obwohl du nicht wolltest. Alle haben dich stehen gelassen. Rote Zahlen, die auf deinem Blatt Papier thronen, die nie besser als 3 waren und Standpauken, die verkündeten, dass aus dir nichts werden würde. Deine ganze Familie hatte etwas erreicht, nur du stehst da, mit deinen Stiften, deinen Blättern Papier, willst versuchen doch etwas auf die Reihe zu bekommen. Du kannst ja malen, sagst du dir! Doch trotzdem wurden sie nur von deiner Familie als 'schön' bezeichnet, hingen bei ihnen an der Wand. DU warst nicht gut genug, es waren doch alle anderen viel besser. Du hast es nicht mal geschafft einen ordentlichen Mund zu zeichnen, warum versuchst du es dann ständig, wenn du es eh nicht auf die Reihe bekommst? Jeden Abend der erneute Gang ins Badezimmer, deine Beine auf den kalten Fliesen und Musik, die durch die ganze Wohnung dröhnt. Nachdenken über den Tag, nachdenken über die Zukunft, was letztendlich doch begleitet wird von Angst, von Furcht. Was dich letztendlich dazu drängt, nicht mehr nachzudenken, dir wieder diesen Schmerz anzutun, damit es erträglich wird. Und du wirst immer wieder darauf zurück greifen. Und jetzt
schau', was daraus geworden ist. Wer bist du jetzt? Und besonders, WAS bist du jetzt? Entstellt? Kraftlos? Schon oft genug prallen diese Worte an dir ab, weil du es nicht wahrhaben willst. Wieso enstellt? Es sind nur Überreste. Arme, Beine, Gelenke, Rücken, Bauch - es sind doch nur Überreste, was ist daran entstellt sein? Und mit dieser Einstellung wirst du durch dein ganzes Leben gehen, weil du es nie verstehen wirst, wieso du
dafür verurteilt wirst. Dass du dafür gehasst wirst, weil du offene Wunden geliebt hast und weil du so viel falsch gemacht hast, dass du dir weh tun wolltest. Weil du einfach nicht gereicht hast. Hinzu kommt der dringende Wunsch, so zu sein wie sie.. die, die jedes Kleidungsstück an sich trugen, alles anziehen konnten, keinen einzigen Gramm Fett am Körper hatten und immer mehr beachtet wurden. Dass die Welt dich überrannt hat, dass du 4 Mal die Faust geballt hast, taub geworden warst, satt von der Welt, satt von den Menschen, satt von den 'Freunden', die es doch nie ernst genommen haben. Die rote Lauge, die deinen Tag jeden Tag irgendwie verschönert hat, weil du es geliebt hast sie dort zu sehen, wie sie ruhte auf den weißen Kacheln. Wie sie da lag, wie ein ruhender See, glänzte, raus aus dem Körper, hinaus in die harte Realität. Wie ein Kind, geschützt im Bauch der Mutter, wohltuende Wärme - und dann hinaus auf die Welt voller Kriege und Vorurteile. Die Sonne, die nur teilweise aus den Wolken ragte. Dass keine Six-Packs dir die
Sprache verschlugen, sondern zarte Haut und Brüste. Jeden Tag hast du Angst davor gehabt so zu sein. Hast dir versucht bei Kerlen das zu suchen, was du wolltest. Du dachtest, du wärst unnormal, weil du an Sex mit Frauen dachtest, anstatt bei oberkörperfreien Kerlen zu sabbern. Weil dich ein Lachen einer Frau mehr entzückte, als das tiefe Gebrüll von Männern, mit ihrem Gestrüpp am Kinn. Du warst zwar ein Papa-Kind, hast deinen Vater geliebt, jedoch nie diesen besonderen Bezug zu Männern gehabt. War das ein Grund, dass du dich dafür schämen solltest? Weil du auf Brüste standest? Weil du Narben hast, am ganzen Körper, die Erinnerungen mit sich tragen? Weil du mit T-Shirt rumläufst und es alle sehen können, für die es eine Schande ist, so herumzulaufen? Was soll man tun? Sich tausend Pullover anziehen, sich verstecken vor dem, was ist? Was man hat? Warum solltest du nicht offen darüber reden und dazu stehen?

Warum solltest du nicht stolz auf das sein, was und wer du bist? Schließlich hat dich das alles zu dem Menschen gemacht, der du heute bist! Scheiß auf die Vorurteile, scheiß auf das, was die anderen sagen.

STOP Homophobia!
STOP Prejudices!
STOP Bullying!
 Start BEING YOURSELF!


Donnerstag, 19. September 2013

I need to find you.

Ich erinnere mich.
Ich war 12
Bewegte meine Lippen zu diesem Song,
in der Hoffnung, irgendwann würde es jemand hören.
In der Hoffnung, irgendwann käme jemand.
Es hat mich aufgemuntert.
Mir Kraft gegeben.
Alte Zeiten.
Schöne Zeiten.
Jetzt bist du da!
Und stellst alles auf den Kopf!
Old, but gold.
Doch heute..
.. passender denn je!
Ich liebe dich! ♥

Montag, 16. September 2013

"Until you come and sit a while with me!"

Immer der Sonne entgegen, immer weiter.
Mein Atem stockt, als wir endlich das Ziel erreichen.
Ich sitze am Tisch, kann kaum denken, kann es nicht erwarten, endlich den Samstag so zu verbringen, wie ich es vor hatte. Die Uhr tickt, unendliche Blicke auf die wandernden Zeiger.
Ich atme einmal tief ein, als ich ins Auto steige, es einfach losfährt, dir entgegen. Die Sonne brennt auf meinen Armen, die Aufregung wird immer größer.
Mein Herz schlägt bis zum Hals, ich sehe aus dem Fenster. 33, 32, 31, ... 19, 18, ... und dann, die riesige Zahl, die nun mein Ziel sein sollte. Ich stolpere aus dem Auto, verabschiede mich, renne einfach. Meine Füße tragen mich, werden angezogen.
Meine Finger zittern, ich drücke den Knopf, höre seine Stimme. Ich freue mich sogar ihn zu sehen. Ein Kloß im Hals, als ich den Fahrstuhl betrete, meine Haare samt meiner Mütze checke. 2, 3, 4, 5, 6, 7.
Noch einmal atme ich ganz tief ein, balle meine Hände zu Fäusten, schließe die Augen. Die Türen öffnen sich, der Geruch von Heimat steigt in meine Nase. Wohnungstüren. Ich wende meinen Blick nach rechts, mein Herz springt. Du stehst da, mit ihm. Nur du interessierst mich. Ein Grinsen, ein Lächeln, ein total doofer Spruch rinnt mir von den Lippen. Überwältigt von meinen Gefühlen falle ich dir um den Hals, drücke dich fester und fester. Ich verstecke meine Freude nicht, kann es nicht fassen. Dein Geruch, der meiner Nase schmeichelt; deine Stimme, die mir vertraut die ersten Worte zuspricht. Deine Lippen berühren meine, ich wusste, ich würde alles vergessen, was zuvor passiert war. Das Hier und Jetzt zählt!

Mit einem Grinsen im Gesicht begrüße ich ihn, betrete die für mich eigentlich fremd vorkommende Umgebung, die mir doch eher wie eine Heimat erscheint. Ich weiß, dass ich nicht mehr fort will. Meinen Beutel ins Zimmer gestellt, schon die ersten Minuten, Stunden auf dem Balkon. Mein Fokus nur auf dich gerichtet, dein wunderbares Lachen wiederzusehen, macht mich glücklicher, als ich es eh vermutet hatte. Der Rauch von deiner Zigarette steigt in die Ferne, ich stelle mich zu dir. Wir können nicht anders, als es zu genießen. Ich sehe dich, du siehst mich.
Die anderen kommen, wieder eine Begrüßung, die herzlicher nicht sein konnte. Er geht, zum Sport, wir sind allein. Sie sitzt neben uns, wir sind müde. Wir liegen beieinander, meine Nase an deiner. Dein Geruch steigt weiterhin in meine Nase, mein Lächeln schwindet nicht. In meinen Ohren stumpfe Worte ihrerseits, meine Augen sind geschlossen. Jedes Lächeln deinerseits wird mir bewusst, deine Augen, deine Blicke, die meine treffen. Jeder Kuss, der uns vergessen lässt, wo wir sind.
Irgendwann Stille. Deine Müdigkeit - zum Sterben süß. Unsere Hände, deine Worte, deine Haare, dein Lachen. Du. Ich. Wir!
Unsere Pläne sind unbedeutend, denn diese brauchen wir nicht. Alles, was wir uns vorgenommen haben, schwindet. Wir liegen dort, draußen das Geräusch der vorbeifahrenden Straßenbahn. "Darling, you are the only exception!" - ich öffne meine Augen, du bist mir so nah. Alles vergessen. Sehnsucht, die in mir brennt und Liebe, die ich nicht beschreiben kann.
Die Sonne brennt auf unsere Haut, als wir draußen sind. Jeder Augenblick, den ich mit dir teile, wird zu etwas, was ich niemals vergessen würde. Jedes Grinsen, welches ich auf meinen Lippen hatte, deinetwegen. Sterne, die über uns stehen, der Mond, der uns entgegen scheint. Ein "Ich liebe dich", welches uns so oft über die Leben fährt. Ich sitze vor dir, meine Hände auf deinen Beinen, mein Lächeln, welches dir entgegen springt. "Prinzessin", sagst du. Ich falle dir wieder um den Hals, will dich nicht loslassen. Was ist los mit mir? Sag, was machst du mit mir?
Halb 11, wir stehen auf dem Balkon, Zigarettenqualm um uns herum. Eine Träne auf meiner Wange, eine Umarmung deinerseits. Aufmunternde Worte, die meine Trauer nehmen sollten. Nie wieder weg will ich. Nie wieder! Deine Hände, deine Arme auf meinem Rücken, die sich fester an mich schmiegen. Dein trauriger Blick, wir sehen uns an. Ein Kuss, zwei, drei. Schon jetzt die Sehnsucht spüren, die ich in Zukunft spüren werde.
Wir legen uns hin, ich lege meine Hände auf mein Gesicht. Ich atme tief, kann nicht atmen, kralle mich an dir fest. "Geh nicht", sage ich. Kälte im Raum, er geht, wir bleiben. Wir schließen unsere Augen. Uns entschwindet Gelächter, weil wir die Fernbedienung nicht finden. Du süßer Mensch, der seine Decke nimmt, sich an sie krallt, damit es nicht kalt wird. Die lustige Geräusche macht, für die ich sie immer und stets umarme. Unsere Gesichter in den Kissen, pures Glück. Alles vergessen, nur du und ich. Bist du noch da? Ich sehe mich um, da liegst du, die Augen geschlossen, friedlich, glücklich. Dein Arm um mich, du ziehst mich an dich. Jedes deiner Gesichtszüge brennt sich in meine Gedanken, in meine Erinnerungen. Und jedes Wort, welches du in der Dunkelheit flüsterst, lässt mich verstummen.
Was ist Glück? Du bist Glück. Wie du vor dem Herd stehst, wir über uns lachen, weil wir Salami essen. Weil wir Fertignudeln zum Frühstück essen und uns danach wieder unter die Decke kuscheln. Wie wir über Menschen reden, uns aufregen, über's shoppen gehen, über's Essen, über Hipster und über "Boys". Unsere Augen sind geschlossen, meine Nase erneut an deiner. Deine Lippen berühren meine.
Das Handy klingelt. Realität kitzelt uns wach. Es rüttelt, unsere Gesichter stumm. Wir laufen, genießen die letzten Augenblicke. Hand in Hand über den Bahnhof, Tränen in meinen Augen. Ich will dich nicht loslassen. Du lächelst mir zu, grinst. Gibst mir einen Kuss, lässt mich noch einmal deine Liebe spüren. Der Wind, der uns entgegen pustet, die grauen Wolken, die nicht verziehen.
Unsere Hände verlieren sich. Ich drehe mich noch einmal um, sehe dich weglaufen. Die erste Träne, die zweite. Worte der anderen, die an mir vorbei ziehen. Ich sitze im Auto, Musik in meinen Ohren. Ich fühle mich stumm, kann nicht mehr denken. Ich weiß nur - ich will zurück. Sie dreht sich um, fragt mich, was los sei. Keine Antwort, nur das Taschentuch, welches an meinen Augen klebt. Gefühlte tausend Tränen, die ich vergieße; kein Wort. Meine Finger tippend auf meinem Handy, geht es dir genauso?
"Zu Hause" - ich verschwinde. Tausende Fragen.

"Wenigstens behandelt sie mich, als wäre ich jemand Besonderes für sie. Du hast keine Ahnung, es geht mir nahe. Verdammt, ich vermisse sie, mit jedem Atemzug immer mehr. Sie trägt mich auf Händen. Sie hat in den Stunden so viel für mich getan und das kannst du nicht nachvollziehen. Du verstehst das einfach nicht!"

Im Bett. Augen geschlossen. Dein Geruch in meiner Nase. Immer, wenn ich sie schließe, bin ich zu Hause. Bei dir!

A., Frau an meiner Seite.
Ich liebe dich mehr, als ich es mir hätte vorstellen können.
Komm' wieder! Keinen klaren Gedanken mehr, seit du da bist.
Jeder Moment, den ich mir mit dir wünsche.
Pläne, die wir schmieden - unwichtig.
Doch einer wird mir nie aus dem Kopf schießen:
Eines Tages bei dir zu bleiben. Für immer!


Donnerstag, 12. September 2013

Do I Wanna Know?

Eine lange Zeit verging.
Menschen verändern sich.
Ich habe mich verändert.
Eine kleine, liebenswerte Rebellin.
Verliebt, keine Kontrolle über die Gedanken.
Gitarrenriffs, Beats.
Schriller Gesang aus den Lautsprechern.
Schlechte Zensur, wieder mal.
Wahre Freunde. Sie sind da!
Keine Konzentration, ich schwebe.
Ich schwebe einfach hinweg.
Mit ihr. Zusammen, neuer Anfang.
Arctic Monkeys in den Ohren.
Ein neues Leben. Als Rebellen.
Lieben. Frei. Ohne Vorschriften.
Küsse, nackte Haut, zerzauste Haare.




Rauch, Zigaretten, Energys.
Und nur wir 2!
Lachen, Weinen, Trost.
Ich brauche dich.
Was würde ich dafür geben.
Danke, dass es dich gibt!
Ich liebe dich!

Samstag, 4. Mai 2013

Photography à la Imogen Cunningham

Mein Bild
Jule. Kein Intelligenzbolzen, aber wenigstens schaffe ich es Texte auf die Beine zu stellen oder ab und zu mal irgendwas zu kritzeln oder zu fotografieren. Deshalb würde ich mich als kreativ bezeichnen. Ich denke zu viel und nehme so gut wie alles persönlich. Ich bin lesbisch. Frauen sind die schönsten Wesen der Erde. Aber insbesondere liebe ich meine Freundin, die es immer wieder schafft mich zum Lächeln zu bringen und mich beeindruckt und glücklich macht. Und dafür danke ich ihr. Ich liebe dich. Feiert euch Hipster!

Reader.